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Misa Mi

S 2003 - Regie: Linus Torell - Darsteller: Kim Jansson, Lena Granhagen, Per Nilja, Magnus Krepper, Jessica Forsberg, Sverre Porsanger, Anna- Marie Blind - 82 Min. - FSK: o.A., empfohlen ab 8 Jahren! Als Misas Mutter stirbt, bricht für das 10-jährige Mädchen eine Welt zusammen. Sie versteht nicht, warum der Vater so schnell wieder heiratet. Deshalb fährt sie auch nicht mit Vater und Stiefmutter in den Urlaub, sondern besucht ihre Großmutter in der Abgeschiedenheit Lapplands. Doch das Leben auf dem Land ist dem Mädchen aus Stockholm fremd. Es gibt keinen Fernseher, die Oma liest die Uhrzeit am Stand der Sonne ab und auch sonst passiert nicht viel. Doch dann erzählt man sich im Dorf, dass nachts Wölfe ihr Unwesen treiben. Bei einem ihrer Streifzüge durch den nahe gelegenen Wald entdeckt Misa eine Wölfin mit ihren zwei Jungen. Langsam entsteht eine Freundschaft zwischen der Wolfsmutter und Misa. Durch die Freundschaft mit der in der Wildnis lebenden Wölfin und ihren Jungen, denen Wilderer nachstellen, lernt sie, ihre eigene Tragödie zu überwinden und selbst aktiv zu werden. Der in atmosphärisch dichten Landschaftsbildern eindrucksvoll erzählte Film handelt vom Zerfall traditioneller Familienstrukturen, von Verlust und Trauer und dem Versuch eines Kindes, mit einer extrem belastenden Situation fertig zu werden. Diverse Nebenhandlungen verbindet er subtil zur homogenen Einheit, wobei die Intensität weniger aus den gesprochenen Worten als aus Blicken und Bildern erwächst.

Mit "Kino (nicht nur) für Kids" wird eine Filmreihe fortgesetzt, in der herausragende "Kinder"filme dem geneigten Publikum geboten werden, die sich wohltuend vom allgegenwärtigen Klamauk abheben. Ein guter Film für Kinder ist auch ein Film für Erwachsene, denn jeder Erwachsene trägt die Geschichte seiner Kindheit in sich. Man ist aber nicht nur durch sein Elternhaus, sondern auch durch die Umwelt und die politischen Verhältnisse, in denen man aufgewachsen ist, geprägt. Da die Kinder von früher die Eltern und Großeltern von heute sind, kann das Medium Film in zweifacher Hinsicht zur Erinnerung beitragen: einerseits zur geschichtlichen und andererseits zur persönlichen. Aus der Vergangenheit lernen, bedeutet nicht nur aus der Geschichte lernen, sondern auch aus der eigenen Entwicklung. Sich noch mal auf die eigene Kindheit einlassen, versuchen herauszufinden, welche Gefühle, Phantasien und Wünsche man auf dem Weg zum Erwachsenwerden auf der Strecke gelassen hat; vielleicht können dadurch eingefahrene Verhaltensweisen und Normen in Frage gestellt, ungenutzte Möglichkeiten entdeckt und neue Anfänge gefunden werden.

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