Startseite
Kontakt
Jugendrat
Öffnungszeiten
Kino im Haus
Musik
Tonstudio
Kindertheater
Kleinkunst
Besonderes
Wir über uns
Freiwilligendienst
Freiw.Soziales Jahr
Zum Verstand
Links
Stadtplan
Gästebuch
Feedback

BRD 2011 - Regie: Jan Schomburg - Darsteller: Sandra Hüller, Georg Friedrich, Felix Knopp - 90 Min. - FSK: ab 12 J.

Marthas Leben verläuft nach Plan. Seit Jahren lebt die junge Lehrerin zufrieden an der Seite ihres Mannes Paul. Als der Mediziner nach erfolgreicher Promotion seine erste Stelle in Marseille antritt, brechen die beiden ihre Zelte in Köln ab. Während sie die Wohnung auflöst, ist Paul schon zur neuen Arbeitstelle vorgereist. Auf gepackten Koffern bekommt sie Besuch von der Polizei. Die Beamten teilen der konsternierten Frau mit, dass sich ihr Ehemann auf einem Parkplatz in Marseille das Leben genommen hätte. In den folgenden, traumatischen Tagen kommen weitere Details ans Licht. Ein Doppelleben wird aufgedeckt. Pauls Promotion war ebenso erfunden, wie das Stellenangebot aus Frankreich. Über Jahre hat ihr Mann ein Lügenkonstrukt aufgetürmt, das ihn nun beim Zusammenbruch unter sich begrub. Die doppelte Tragödie vom Tod und der Täuschung stürzen Martha in eine traumatische Krise. In diesem Zustand trifft sie auf den jungen Geschichtsdozenten Alexander, der ihrem toten Ehemann auf gewisse Weise ähnlich sieht. Der Akademiker ahnt nichts von Marthas Vergangenheit. Nur der Umstand, dass sich die neue Bekanntschaft bereits beim ersten Mal ungewöhnlich freizügig und forsch gibt, lässt ihn zuerst einmal auf Distanz gehen. Doch Martha bleibt hartnäckig und schon bald sind die beiden ein Liebespaar. Die Irritationen aber bleiben, zumal sich Martha anschickt, den neuen Mann an ihrer Seite nach ihren Vorstellungen zu modellieren. Als Alexander hinter ihr Geheimnis kommt, droht Martha zum zweiten Mal der Verlust ihres Mannes.

Ein kühnes, verwegenes Drama, das mit souveräner Konsequenz nichts erklärt, sondern durch ein gewitzt-raffiniertes Pingpong-Spiel mit präzisen, betont knappen Dialogzeilen, Detailbeobachtungen und Kameraeinstellungen die ungewöhnliche Auflösung einer Katastrophe skizziert. Das durchtriebene Konzept geht auf, vor allem weil die herausragende Hauptdarstellerin ihrer Figur eine elastische Multiplität verleiht. Ein grandioser, minimalistisch-konzentrierter Wurf mit großem Potenzial für Kontroversen.

mehr zum Film: