Bei der Frage, welche fiktive Figur wohl der größte Nazikiller aller Zeiten ist, denken viele sicherlich an Indiana Jones. Andere vielleicht an Hugo Stieglitz (Inglourious Basterds). Dabei kommt für diesen Titel nur einer infrage: William „B.J.“ Blaskowicz! Bereits in Wolfenstein 3D ballerte sich der US Soldat mit polnischen Wurzeln durch ganze Bataillone von Wehrmachtssoldaten, SS-Leuten und Schäferhunden. Bis er schlussendlich sogar den Führer selbst über den Haufen schoss. Ab 20. Mai nimmt B.J. seine Lieblingstätigkeit wieder erneut auf – in Wolfenstein: The New Order.

Geschichte neu schreiben

Dass man es bei Wolfenstein nicht so genau mit der Historie nimmt, dürfte spätestens seit dem nicht biografisch korrekten Tod Hitlers klar sein. Auch für Wolfenstein: The New Order wurde die Geschichte umgeschrieben. So ist die Ausgangssituation jene, dass die Nazis den Krieg gewonnen haben. Irgendwie sind sie als erste an die Atombombe gekommen und konnten so den Krieg via Erstschlag für sich entscheiden. Das Spiel ist im Jahre 1960 angesiedelt und William Blaskowicz ist nun als eine Art Untergrundkämpfer gegen die Nazis aktiv.

Die tatsächliche Geschichte, die Wolfenstein 3D seinerzeit schrieb, lässt sich indes kaum von der Hand weisen. Immerhin gilt das Spiel aus heutiger Sicht als Urvater aller Ego Shooter. Bleibt nur zu hoffen, dass es seinem Erbe besser gerecht wird als das kolossal gefloppte Duke Nukem Forever.

Mehr als nur eine Reminiszenz

Was soweit an Gameplay zu Wolfenstein: The New Order offenbar wurde, lässt erahnen, dass mit aller Konsequenz auf Altbewährtes gesetzt wird. Das Spiel hat seinen schwarzen Humor offensichtlich nicht eingebüßt. So werden die zu erledigenden Nazis wieder als „Evil Krauts“ reinsten Wassers inszeniert. Hier hat man es also mit Gegnern zu tun, die man wie schon in Wolfenstein 3D mit wachsender Begeisterung in die ewigen Jagdgründe schickt.

Aber auch was das Gunplay anbelangt, macht man es genauso wie seinerzeit in Wolfenstein 3D. So erholt sich die eigene Gesundheit nicht etwa nach und nach sondern man muss dafür Medipacks aufsammeln. Gleichzeitig muss man seinen Rüstungsschutz aufrechterhalten. Dies erreicht man durch das Aufsammeln von Nazihelmen. Die dazugehörigen Nazis muss man natürlich erst mal erledigen. Selbst die metallischen Überreste der mittlerweile mechanischen Schäferhunde dienen diesem Zweck. Das ist so unerhört old school, dass ich es einfach nur klasse finde. Klar sieht Realismus anders aus. Jedoch stört mich das nicht weiter, da man damit eines unmissverständlich klar macht: Hier steht nicht Realismus im Mittelpunkt sondern reinste Baller-Glorie. Nazis als Gegner, keine Einschränkung bei der Anzahl großkalibriger Waffen, Gesundheit und Rüstungsschutz durch unerbittliches Voranschreiten und Abknallen von Gegnern …. hier gibt es offensichtlich nur eine Richtung – geradewegs nach vorne im Dauerfeuer!

Wenn die Macher von Machine Games es schaffen, das Spielgefühl von Wolfenstein 3D im neuen taktischen und optischen Gewand zu präsentieren, könnte das ein Mordsspaß werden.

Veröffentlicht wird das Spiel von Bethesda und zwar für PC, Xbox One, Xbox 360, PS4 und PS3.